Apple Watch im ersten Test

Vor einigen Wochen stieg während meiner Joggingrunde in mir das unstillbare Verlangen nach einem Fitnesstracker mit GPS-Funktion auf. Meine Polar A360 war mir plötzlich nicht mehr gut genug, da die errechnete Distanz aufgrund der Schritte für meinen Geschmack viel zu ungenau war. 

Bereits im Fitnesscenter auf dem Laufband konnte ich feststellen, dass der Tracker viel mehr Kilometer zählte, als ich tatsächlich gelaufen war. Mein Ziel war es zehn Kilometer zu laufen. Wenn die Temperaturen im Frühling nach oben klettern, lässt man das Laufband gerne mal stehen, um sich an der frischen Luft zu bewegen. Also auf zu einer schönen langen Joggingrunde. Aber wie lange genau eigentlich? Die Unmöglichkeit meine Strecke genau zu messen und festzustellen ob und wann ich nun mein Ziel tatsächlich und wahrhaftig erreicht hatte, störte mich unglaublich. Ich quäle mich doch hier nicht zum Spass – ich will Ergebnisse! Fakten! Zahlen – Korrekte Zahlen!

Apple Wacht gegen Polar M600

Da ich mit meiner Polar ansonsten sehr zufrieden war und im Januar meinem Schatz eine Polar M600 gekauft hatte, um unsere täglichen Werte zu vergleichen, liebäugelte ich ebenfalls mit einer POLAR M600. Besonders die Auswertungsapp PolarFlow gefällt mir sehr gut. Die Daten sind übersichtlich dargestellt und es können verschiedenste Parameter ausgewertet werden. Ein vergleichender Blick in Apple Health verrät sofort: Hier darf sich Apple bei Polar noch eine Scheibe abschneiden. Meine Entscheidung fiel trotzdem auf meine zweite Option: die Apple Watch. Der ausschlaggebende Grund dafür war die Größe der Polar M600, die für ein zierliches Frauenhandgelenk einfach nicht gemacht ist. Dass die Apple Watch ein 24/7 Fitnesstracker ist und den Puls rund um die Uhr misst, war ein zusätzliches Kriterium für den Kauf.

Tragekomfort

Als ich vor einem Jahr meinen Polar Tracker das erste mal anlegte, hatte ich Anfangs etwas Probleme. Meine Haut reagierte empfindlich auf das Kunststoffmaterial. Es war auch mitten im Sommer und die permanente Schweißbildung unter dem Armband hat sicher ihr Übriges dazu beigetragen. Nach einiger Zeit konnte ich das Armband jedoch ohne Probleme Tragen und auch die AppleWatch, in der Ausführung mit Sportarmband macht keinerlei Probleme.

Meine Lieblingsfunktionen

Seien wir mal ehrlich. Ohne die Aktivitätsfunktionen wäre die Apple Watch nur ein sehr sehr sehr kostenintensives Spielzeug. Ich habe es mir angewöhnt, beim Kochen mit Hilfe von Siri den Timer zu aktivieren. Meine Futter-Tracking-App Lifesum hat auch einen kleinen Bruder auf der Apple Watch. Damit tracke ich gerne meinen Flüssigkeitskonsum auf der Watch. Außerdem verwende ich den öfteren die Funktion den aktuellen Titel, der gerade auf dem iPhone gespielt wird, weiter zu schalten oder zu wiederholen. Hin und wieder checke ich die Wetter-App und lasse mich auch gerne über eingehende Whatsapp-Nachrichten informieren. Die Vibration sämtlicher Notifications ist deutlich zu spüren, jedoch überhaupt nicht zu hören – im Gegensatz zur Vibrationsbenachrichtigung am Smartphone. Auch bei den Polar-Trackern sind die Vibrationen hörbar, was unter Umständen in einem Meeting stören kann. Weiters habe ich die Fernsteuerung der Kamera getestet und für ok befunden. Besonders praktisch, dass gleich eine ganze Fotoserie geschossen wird. Das war auch schon meine kleine Auswahl an Funktionen. Ich nutze demnach hauptsächlich die Aktivitäts- und Workout-Funktion.

Aktivität

Die Apple Watch misst meine tägliche Aktivität in 3 Hauptbereichen:

  • Tägliche Aktivitätskalorien – also die Kalorien, die zusätzlich zum Grundumsatz verbraucht werden.
  • Trainingsminuten – dazu wird automatisch jede Aktivität gezählt, die mindestens einem flotten Spaziergang entspricht.
  • Stehen – Jede Stunde in der man mindestens eine Minute lang gestanden und sich etwas bewegt hat wird gezählt.

Für jede dieser Aktivitäten gibt es ein Tagesziel. Die Aktivitätskalorien lassen sich frei wählen. Ich habe sie auf 400 Kalorien festgelegt. 30 Trainingsminuten und 12 Stehstunden sind von der Uhr fix vorgegeben (was ich sehr schade finde). Außerdem werden noch die Schritte und die zurückgelegte Distanz aufgrund der Schritte aufgezeichnet. Alle Daten werden an Apple Health übertragen, wo man sich etwas genauere Auswertungen ansehen kann. Eine Monats-Zusammenfassung oder etwas detailliertere Infos sucht man dort vergeblich. An welchem Tag habe ich die meisten Kalorien verbrannt? Wie viele Schritte habe ich im April gemacht? Wie viele Workouts habe ich in der letzten Woche absolviert? Für all diese Fragen bietet Apple Health leider keine zufriedenstellende Antwort. Zwar werden die Daten grafisch dargestellt, jedoch fehlen sowohl Summen pro Woche oder Monat als auch die Funktion einfach per Fingertip eine genaue Zahl zu den Balken zu erfahren.

Workout

Die Workout App der Apple Watch ist sehr einfach gehalten. Ich kann aus einer kleinen Auswahl an Sportarten auswählen:

  • Gehen
  • Laufen
  • Schwimmen
  • Crosstrainer
  • Radfahren
  • Rudern
  • Stepper

jeweils Indoor oder gegebenenfalls Outdoor. Bei Outdoor-Aktivitäten wird die GPS-Funktion aktiviert, bei Indoor-Aktivitäten nur die Schritte bzw. Züge. Während die Uhr während des Normalbetriebs etwa alle 10 Minuten die Herzfrequenz misst, führt sie während des Workouts alle paar Sekunden eine Messung durch.

Während des Workouts werden verschiedene Daten am Display angezeigt, die sich in den Einstellungen nachträglich ändern lassen. Grundsätzlich lassen sich beim Gehen und Laufen folgende Parameter anzeigen:

  • Dauer
  • Aktivitätskalorien
  • Herzfrequenz
  • Strecke
  • Aktuelle Pace
  • Durchschnittliche Pace
  • Gesamtkalorien

Bei anderen Sportarten wie beispielsweise Crosstrainer sind es entsprechend weniger Parameter. Nach abgeschlossenem Workout erhält man eine kurze Zusammenfassung auf der Uhr. Anschließend kann man das Workout jederzeit in der Aktivitätsapp des iPhones aufrufen, wo alle Daten des Trainings bereit stehen. Dort kann auch die Route noch einmal angezeigt werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fazit

Für mich ist die Apple Watch ein guter Fitnessbegleiter mit allen Funktionen, die mir wichtig waren. Die Auswertung durch Apple Health lässt leider etwas zu wünschen übrig. Die Smartwatch schafft es auf clevere Art und Weise mich immer wieder zu motivieren und mich neuen Challenges zu stellen. Alles in Allem ist sie ein praktischer kleiner Alltagsbegleiter, den ich nicht mehr missen möchte.

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