Ich habe Schneekugeln gebastelt und geflucht

Man könnte meinen, Schneekugeln zu basteln kann doch nicht all zu schwer sein. Bastelset kaufen, Figur rein, Schnee rein, Wasser rein, Deckel zu, fertig… Denkste.  Ich zeige euch, wie ich meine Kugeln gemacht habe. Damit ihr nicht so viel fluchen müsst wie ich, erzähle ich euch, welche Probleme ich beim Basteln hatte und wie ich am Ende doch noch alles gelöst bekommen habe. 

Fangen wir beim Material an:

Das Schneekugel-Bastelset

Das Bastelset von schneekugelhaus.de (gekauft über Amazon) beinhaltet eine Kugel aus Glas, einen Sockel aus Porzellan sowie einen Gummistoppel aus weichem Kunststoff, der die Öffnung an der Unterseite des Glases abdichtet. Es gibt auch die Möglichkeit eine Spieluhr in den Sockel zu integrieren, die extra erhältlich ist. 

Schritt 1 – Aussuchen bzw. Herstellen der Figur 

Hier habe ich auch schon meinen ersten Fehler gemacht. Ich wollte in meine erste Kugel eine Figur geben, die etwas zu groß für die Öffnung war. mit viel Gequetsche und Gedrehe ist die Figur dann auch im Inneren der Kugel angekommen. Ich habe mir überlegt die Figur auf einer Art Podest festzukleben. Ich habe also aus Fimo eine Bodenplatte geformt, die auf den Gummiverschluss geklebt werden sollte, einen Abstandhalter und eine größere Platte auf der die Figur stehen sollte. Selbst wenn es mit viel Mühe gelingen sollte dieses Konstrukt in die Kugel zu manövrieren, sieht das Ergebnis nicht sehr schön aus. Der Vergrößerungseffekt, den die gefüllte Kugel am Ende hat, lässt kleinere Motive, die am Boden stehen sehr viel besser aussehen. 

Wenn ihr die Figur selber bastelt, bietet sich Fimo dafür an. Um die Figur auf der Bodenplatte zu fixieren und kleine Einzelteile miteinander zu Verbinden, könnt ihr Modellbaukleber verwenden, aber auch der Kraftkleber von Pattex leistet dabei gute Dienste.

Tipp: 
Wählt eine Figur aus, die gut durch die Öffnung der Kugel passt!

Schritt 2 – die Bodenplatte ankleben

Die Figur sollte Unbedingt auf eine Bodenplatte geklebt werden, die wiederum auf den Gummistoppel geklebt wird. Nicht nur, dass der Stoppel optisch nichts her macht – die Figur wird auf dem weichen Gummi keinen Halt finden. Die Bodenplatte auf den Gummiverschluss zu kleben, hat mich vor die zweite große Herausforderung gestellt. Empfohlen wird dafür Pattex Kraftkleber, den ich auch verwendet habe. Nach einer Nacht Trocknungszeit habe ich versucht den Verschluss in die leere Kugel zu drücken wobei sich der Boden gewölbt hat und sich die Bodenplatte vom Verschluss gelöst hat. 
Ich habe also angefangen mit anderen Klebern zu experimentieren. Der 3D-Kleber von Rayher versprach ein das Beste Klebeergenis, weil er sehr flexibel ist und nicht sofort aufgibt, wenn sich der Gummiverschluss etwas verbiegt. Leider wird bei der Verwendung dieses Klebers das Wasser nach etwa 12 Stunden trübe und es bilden sich Schlieren im Wasser. Der Klebstoff der Heißklebepistole wird zu hart und bietet zu wenig Haftung, Das Selbe gilt für Sekundenkleber. Nach fünf Tagen und fünf frustrierenden Versuchen, die Figur samt Gummistoppel in die Glaskugel zu bugsieren, habe ich mich in meiner Verzweiflung an den Hersteller gewand. Ich habe die Empfehlung bekommen den Kraftkleber gut durchtrocknen zu lassen und die Bodenplatte eventuell mit Schraubzwingen auf dem Gummiverschluss zu befestigen. Leider brachte auch das keine besseren Ergebnisse.

Zu guter letzt habe ich dem Baumarkt einen Besuch abgestattet und dort super haftenden, wasserfesten Silikonkleber besorgt. Nach einer Trockenzeit von 24 Stunden war das Einsetzen des Verschlusses ganz einfach. Vielleicht hat das auch ein wenig daran gelegen, dass ich nach den vielen Fehlversuchen schon etwas Übung darin hatte.

Tipp:
Für die Befestigung der Bodenplatte auf dem Gummiverschluss eignet sich wasserfester Silikonkleber aus dem Baumarkt am Besten!

Schritt 3 – das Wasser

Verwendet für eure Schneekugel am Besten destilliertes Wasser. Zum Einfüllen kann die Kugel mit der Öffnung nach oben in eine Tasse gelegt werden. Damit das Wasser lange klar bleibt, könnt ihr ein paar Tropfen Wasserklar (von Fimo) dazu geben. Ich dachte ursprünglich, Wasserklar wäre bestimmt nicht notwendig. Nachdem das Wasser aber nach kurzer Zeit immer wieder trüb wurde, habe ich es dann doch besorgt. Bei einem meiner Fehlversuche habe ich dem Wasser etwas Danclor zugesetzt.  Auch das hat den gewünschten Effekt gebracht. Ich kann mir aber vorstellen, dass das Clor mit der Zeit das Material in der Kugel angreift bzw. die Farben ausbleicht. 

Tipp:
Verwendet für das Befüllen der Kugel destilliertes Wasser, damit es nicht so schnell kippt und trüb wird.

Schritt 4 – der Schnee

Ich habe für meine Schneekugel günstigen weißen Glitzer aus dem Bastelladen verwendet. Je nachdem welches Material für den Schnee verwendet wird, muss das Wasser entsprechend präpariert werden. Damit meine Glitzerpartikel nicht alle auf dem Wasser schwimmen, habe ich einen Tropfen Spülmittel ins Wasser gegeben. Dadurch bricht die Oberflächenspannung und der Glitzer sinkt nach unten. Wenn ihr schwere Schneepartikelchen verwendet, könnt ihr etwas Glycerin ins Wasser geben, damit die Kügelchen nicht zu schnell wieder auf den Boden der Kugel fallen. Ich habe Glycerin besorgt und auch zugesetzt, ich konnte aber keinen Unterschied feststellen.

Schritt 5 – Verschließen der Kugel

Nachdem die Figur auf der Bodenplatte und die Bodenplatte auf dem Gummiverschluss befestigt ist, das Wasser in der Kugel und die Glitzerpartikel eingefüllt sind, kann nun die Kugel verschlossen werden. Der Gummistoppel hat drei Rillen, die eine nach der anderen in die Kugel gedrückt werden sollten. Dabei verbiegt sich wie schon erwähnt der Stoppel oftmals sehr stark durch. Damit der Verschluss besser flutscht, habe ich einen Tropfen Spülmittel benutzt. Beim Einsetzen des Verschlusses habe ich immer wieder überschüssiges Wasser und Luft entweichen lassen. So hat sich dieser auch nicht all zu sehr verbogen. Die Technik lässt sich mit Worten kaum beschreiben. Irgenwie habe ich versucht alles gleichzeitig rein zu quetschen, bloß nicht zu schnell, damit der Stoppel am Ende nicht komplett im Glas landet aber auch nicht zu sanft, damit nicht wieder alles raus springt. Am Ende sollte sich jedenfalls keine Luft mehr in der Kugel befinden. Ich kann euch nur empfehlen das Einsetzen immer und immer wieder mit dem unbeklebten Gummiverschluss zu üben. Mit der Zeit bekommt man ein Gespür dafür. 

Tipp:
Ein Tropfen Spülmittel rund um den Verschluss verteilt, sorgt dafür, dass er sich leichter einsetzen lässt.

Das Gefühl des Triumphs, wenn am Ende die Kugel verschlossen ist und die Figur noch am Verschluss klebt, ist unbeschreiblich. 

Schritt 6 – Verzieren des Sockels

Der Sockel der Glaskugel ist aus Porzellan. In der Anleitung wird vorgeschlagen, ihn mit Acrylfarben zu bemalen oder zu bekleben. Perfekt eignet sich der Sockel natürlich auch zum belettern oder bemalen mit Porzellanstifen. Ich habe dafür die Porzellanstife von Edding verwendet. Eurer Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Beklebung mit Vinylfolie, Serviettentechnik, Schablonentechnik… alles ist möglich. Die Schablonentechnik mit Porzellanstiften und wie man auf Keramik einen schönen Auarelleffekt hinbekommt, erkläre ich euch in meinem Blogbeitrag „Aquarell und Schablonentechnik auf Keramik und Porzellan

Schritt 7 – Kleben der Kugel auf den Sockel

Zu guter letzt wird die Glaskugel und der Kunststoffboden auf den Porzellansockel geklebt. Auch diese Verklebung klappt einwandfrei mit Silikonkleber und sollte keine Probleme bereiten.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Nachbasteln. 

 

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One Comment
  1. Antworten Debby 17/12/2017 at 11:25

    Hui, das klingt ja nach einem nervenaufreibenden Projekt… Das Ergebnis sieht aber ganz toll aus, vielen Dank für deine vielen Tipps die du da mit uns teilst. Ich hab mir schon lange mal überlegt solche Schneekugeln selber zu machen, bin aber bis jetzt noch nicht dazu gekommen. Ich glaube, ich werde das Projekt auf einen Tag mit viel Geduld schieben 😉
    Ich wünsch dir eine wunderbare Weihnachtszeit,
    lg Debby

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