Mein neues Hobby – Bullet Journal

Was meine Freizeitgestaltung angeht, liebe ich die Abwechslung. Ich habe ein Hobby noch nie für lange Zeit durchgehend gemacht. Jedoch haben alle Aktivitäten, die ich abwechselnd durchsüchtle eines gemeinsam: Sie sind allesamt sehr kreativ. 

Fotografieren, Videos produzieren, Zeichnen, Gitarre lernen, Nähen, Basteln, Häkeln, Kochen. Nun bin ich einer neuen Sucht verfallen. Dem Bullet Journaling. Ich gehe zwar davon aus, dass die Meisten, die hier landen schon wissen, wovon ich schreibe. Damit Diejenigen, die es nicht wissen, jetzt nicht gleich zu google wechseln, möchte ich es dennoch so kurz wie möglich erklären. Ein Bullet Journal ist ein leeres Notizbuch das man als Kalender, Tagebuch und Aufgabenliste verwendet. Dabei werden die Seiten fortlaufend mit den unterschiedlichen Inhalten befüllt – gerade wie man es benötigt. Das System ist sehr flexibel und das Journal kann ganz minimalistisch bis aufwändig ausgestaltet werden – je nach Vorliebe. 

Wie ich zu meinem Bullet Journal kam

Im Dezember 2016 habe ich mich kurze Zeit mit Handlettering beschäftigt, bevor ich mich das erste Halbjahr 2016 intensiv dem Sport und der Fitnessernährung zugewand habe. Dies vereinnahmte so viel Zeit, dass ich kaum Zeit für mein kreatives Zeug hatte. Umso mehr spürte ich in den letzten Wochen wieder den Drang wieder schöpferisch tätig zu werden. Nun muss ich zugeben, dass ich immer ein Digitaljunkie war. Ich habe mich lange Zeit geweigert auf Papier zu schreiben und versucht so viel wie möglich in mein Smartphone oder am Computer zu tippen. Zum Zeichnen und für Handschriftliche Notizen habe ich das iPad pro samt Smartpen gekauft und sogar letztes Jahr dort schon eine Art handschriftliches Tagebuch begonnen. Zu guter letzt musste ich mir jedoch selbst eingestehen, dass das iPad zwar eine schöne Möglichkeit ist Zeichnungen zu erstellen, Handlettering zu üben, herumzuprobieren ohne all zu viel Papier zu verschwenden. Jedoch ist es schlussendlich doch kein richtiger Papierersatz, sondern lediglich eine Ergänzung. Aus diesem Grund besorgte ich mir das erste mal seit vielen Jahren wieder ein Notizbuch. Nicht irgendein Notizbuch – den heligen Gral der Bullet Journal Jünger – den/das Leuchtturm1917*.

Mein BuJo Setup

Zugegeben: Es hat eine Weile gebraucht, bis ich das Konzept den Bullet Journalings wirklich durchschaut habe. Zu diesem Thema gibt es viele schöne Anleitungen im Netz. Wer der englischen Sprache mächtig ist, dem empfehle ich auf jeden Fall die Seite des Erfinders Ryder Carroll. Dort wird das System Schritt für Schritt erklärt. Am Ende meines Beitrags verlinke ich euch noch ein paar Seiten mit Tutorials. Das schöne am Bullet Journal ist, dass man selber entscheidet, welche Elemente man aufnimmt und welche nicht und wie man die einzelnen Komponenten gestaltet. Der Aufbau des Journals nennt man dann Setup – und meines will ich euch hier vorstellen.

Ich habe in meinem Leuchtturm klassisch mit einem Future Log – also einer Jahresübersicht begonnen. Dort trage ich alle zukünftig anfallenden Termine und Aufgaben ein. Da ich die Monats-, Wochen-, und Tagesseiten erst dann mache, wenn ich sie benötige (und nicht schon im Voraus) habe ich ansonsten noch nichts wo ich sie sonst eintragen kann.

Auf die nächste freie Doppelseite kommt eine schlichte Monatsübersicht, wo ich die Termine und Aufgaben, die den aktuellen Monat betreffen aus der Jahresübersicht übernehme.

Danach kommt die Wochenübersicht für die aktuelle Woche. Viele Bullet Journaler machen die Wochenüberrsichten für das ganze Monat schon im Voraus. Dort werden dann die Termine für das die jeweilige Woche aus der Monatsübersicht übertragen.

Listen und Tracker (Sammlungen) können entweder auf der entsprechenden Monatsseite, auf der Wochenseite oder auf eigenen Doppelseiten angelegt werden. Ein Wassertracker macht zum Beispiel in der Wochenübersicht Sinn. Ein Kinotracker oder Buchtracker wird sinnvollerweise auf einer eigenen Doppelseite angelegt. Diese Tracker und Listen sind dann über das ganze Buch verstreut. Um sie wieder zu finden, gibt es am Beginn des Buches ein Inhaltsverzeichnis. Trotzdem war dies einer der großen Nachteile eines gebundenen Buches. Außerdem sind die Seiten durchnummeriert. So können sie bei Fehlern nicht einfach herausgetrennt werden. 

Der Wechsel zum Ringordner

Ich war also noch nicht recht glücklich mit meinem Büchlein und nach langem Überlegen bestellte ich mir einen Systemplaner. Einen Ringordner für Zeitplansysteme – wie etwa Filofax. Ich hatte mich sofort in den Vintage Planer von Greenburry* verliebt. Der ist zwar alles andere als günstig, aber dafür richtig schick und aus hochwertigem Leder. Er wurde mit gepunkteten Einlegeblättern* bestückt und dort führe ich seit dem mein Bullet Journal weiter. Es ist nun wie folgt aufgebaut:

Kalender
Den Anfang macht die Jahresübersicht mit allen wichtigen Terminen und Aufgaben, auf zwei Doppelseiten. Es folgt eine Monatsübersicht mit den Wochenübersichten des Monats gefolgt von der nächsten Monatsübersicht usw.

Den Anfang macht das Future Log mit der Jahresübersicht.
Die Monatsübersicht für den Oktober habe ich wie alle meine Seiten sehr schicht gestaltet. Hier werden die bereits bekannten Termine aus dem Future Log übertragen.
Hier ein Beispiel einer Wochenseite (Weekly Log) mit meinem Meal-Tracker. Auch die Wochenseiten erstelle ich nicht für mehrere Wochen im Voraus sondern jede Woche einzeln.
Die Designs der Weekly Logs variieren auch immer wieder.
Hier das Setup für die nächste Woche. Ganz schlicht und einfach. Am Ende der Woche werden die freien Flächen auf der rechten Seite noch gestaltet.
In meinem Meal Tracker markiere ich farbig wie gesund ich mich an diesem Tag ernährt habe. Grün bedeutet ein Tag komplett ohne Zucker und kalorienreiche Nahrungsmittel. Orange bedeutet lediglich ohne Zucker und an den Rot gekennzeichneten Tagen habe ich auch zuckerhaltige Lebensmittel gegessen.

Kreatives
Unter einem neuen Reiter habe ich Listen angelegt, die mit meinen Hobbies zu tun haben. Ideensammlungen, Sprüche, Webseitensammlungen, Projektpläne usw.

Zur Zeit gibt es vier Kategorien in meinem Bullet Journal. Kalender, Kreatives, Tracker und Urlaub.

Listen und Tracker
Ein weiterer Reiter für Tracker und sonstige Listen. Dort finden Kinotracker, Buchtracker, eine Liste mit Lieblingsessen usw. ihren Platz.

Mein Kinotracker und die Movies to watch Liste.
Bücher die ich gerade lese und Bücher, die ich noch lesen möchte werden hier eingetragen.
Und hier seht ihr meine Lieblingsrezepte – mit Bewertungsampel. Die richtig gesunden Gerichte sind Grün, die ungesunden sind Rot markiert.
Im Gipfellogbuch trage ich unsere Wanderungen und die dazugehörigen Daten ein.

Urlaub
Der letzte Reiter heisst „Urlaub“ dort findet die Urlaubsplanung statt und auch meine Urlaubstagebücher und Scrapbooking-Seiten als schöne Erinnerung kommen hier hinein.

Mein stichwortartiges Urlaubstagebuch findet im Urlaubsbereich Platz.
Ein großer Vorteil des Ringbuches ist, dass hier auch Scrapbookseiten gestaltet werden können.

Ringordner pro and cons

Natürlich hat das Ringbuch nicht nur Vorteile. Ich weiß dass Viele, die mit BUJO anfangen sich fragen welches System für Sie funktioniert. Prinzipiell ist das System für die Verwendung in einem kleinen Buch gemacht worden. Ich möchte euch hier die Vor- und Nachteile aufzählen, die ich für die Verwendung eines Ringplaners gefunden habe.

Vorteile

  • Seiten können bei Fehlern nach belieben herausgenommen werden.
  • Kalender und Sammlungen können in verschiedene Bereiche aufgeteilt werden. Das macht das BUJO übersichtlicher.
  • Es können auch „fremde“ Seiten eingefügt werden (zB Scrapbooking-Seiten mit buntem Papier oder Computerausdrucke)
  • Seiten können zum bearbeiten herausgenommen werden.
  • Die Mappe kann immer weiter geführt werden. Nicht mehr benötigte Kalender und Listen werden einfach herausgenommen und archiviert.

Nachteile

  • Die Ringe machen ein Schreiben im Buch etwas kompliziert
  • Die Löcher können bei intensiver Beanspruchung ausreissen
  • Das Ringbuch ist meist größer und schwerer

Noch mehr zum Thema

Wenn ihr jetzt auch Lust bekommen habt ein Bullet Journal zu führen, dann kann ich euch den deutschsprachigen Guide von Käthe Veganete ans Herz legen. Auch den Guide auf flcty kann ich empfehlen sowie den Beitrag von michilicious. Wie bereits erwähnt ist auch ein Besuch auf der Seite des bulletjournal Erfinders eine gute Idee. Youtube ist voll mit Videos zu diesem Thema. Pinterest und Instagram brauche ich wohl als unerschöpfliche Quelle der Inspiration nicht zu erwähnen (ich tu es aber trotzdem). Ich wünsch euch viel Spass beim kreativ werden!

Eure Miss Lumberjack

Die mit * markierten Links sind Affiliate Links zu Amazon. Wenn ihr dem Link folgt und darüber bestellt, erhalte ich von Amazon eine kleine Provision. Euch entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten. Ich verlinke nur Produkte, die ich dort auch selber gekauft habe und guten Gewissens weiterempfehlen kann.

 

 

 

Leave a Reply

*