Projekt Brautkleid selbst genäht: Das Probekleid

Im Oktober 2018 ist unser großer Tag. Ich darf den Mann meiner Träume heiraten und das Brautkleid werde ich mit viel Liebe selbst nähen.

Wie ich auf die Idee gekommen bin und welche Überlegungen ich vorab angestellt habe, könnt ihr in meinem ersten Beitrag „Brautkleid selbst genäht“ nachlesen.

Bevor ich es wage den traumhaften Spitzenstoff des Brautkleides anzurühren, habe ich meinen Schnitt an einem Probekleid getestet. Allerdings war der Stoff für das Probekleid nicht wirklich kostengünstiger als der des Brautkleides. Ich habe für beide Kleider Spizenstoff mit Perlenapplikationen besorgt. Übung macht ja schließlich den Meister und wie soll ich lernen Spitzenstoff zu verarbeiten, wenn ich noch nie einen unter der Maschine hatte? Klar hätte ich mir auch einen billigen Spitzenstoff in irgendeinem Asia-Shop im Internet besorgen können, aber der Druck, dass auch das Probekleid der Hammer werden muss, steigt exponentiell zum Stoffpreis. Wenn das Probekleid wiederum gelingt, kann es 1. auch ab und zu getragen werden und 2. steigt die Wahrscheinlichkeit, dass auch das Schneidern des Brautkleides nicht in einer Katastrophe endet.
Nun kommt der schwierige Teil. Ich versuche euch zu beschreiben, wie ich den Schnitt umgesetzt habe. Gerade beim Oberteil des Kleides war es mir ein Anliegen dass nirgendwo unnötige Steppnähte gesetzt werden müssen oder Nahtzugaben zu sehen sind. Das Oberteil besteht prinzipiell aus zwei Stoffbahnen, die etwas zurechtgeschnitten sind. Eine für die rechte und eine für die linke Körperhälfte. Jede Seite besteht aus zwei Stofflagen und einer Lage Spitzenstoff. Ich könnte euch nun genau erklären wie genau ich die Lagen zusammengesetzt und vernäht habe, aber diese Flut an trockenen und langweiligen Arbeitsabläufen möchte ich uns allen ersparen. Wenn es jemanden dort draußen gibt, den die Einzelheiten tatsächlich interessieren, der möge sich über die Kommentarfunktion an mich wenden.
Kurz gesagt, habe ich beschlossen alle Teile des Oberteils zusammenzunähen und zu verstürzen. Das mit dem Verstürzen ist allerdings so eine Sache. Manchmal sieht das Ergebnis nach dem Wenden gar nicht so aus, wie man sich das erdacht hatte. In meinem Fall scheiterrt es meistens am räumlichen Vorstellungsvermögen. Ich glaube, das ist auch der Grund, warum ich nicht rückwärts einparken kann. Darum ist im Vorfeld einiges an Brainpower nötig, damit am Ende alles da ist wo es hin gehört. Das Ergebnis sieht es dann so aus:

An das Oberteil schließt ein Taillienband an. Dafür habe ich nur den Unterstoff verwendet und keine Spitze. Der Rock besteht aus je zwei Stoffbahnen des Unterstoffes und des Spitzenstoffes (vorne und hinten), die eingereiht und an das Taillienband angebracht werden. Ein seitlicher nahtverdeckter Reißverschluss sort dafür, dass man bequem ein- und aussteigen kann. Und das ist alles? Ja das ist alles liebe Leute! So sieht mein fertiges Probekelid aus und ich bin begeistert. Der Ausschnitt mag etwas gewagt sein, aber er ist so konstruiert, dass tatsächlich nichts raushüpft oder beim Vorbeugen zu sehen ist.

Auch wenn das Probenähen ziemlich zufriedenstellend ausgefallen ist, bleiben für das Brautkleid noch folgende Überlegungen offen:

  • Das Taillienband habe ich mit Vlieseline verstärkt, leider macht das beim Bügeln Dellen in den glatten Stoff. Beim Brautkleid sollte ich eine andere Lösung dafür finden, damit das Taillienband schön glatt liegt.
  • Der Ausschnitt vorne und hinten wird von der Spitzenkante schön umspielt, Leider sieht der Armausschnitt im Schulterbereich etwas traurig aus. Ich denke darüber nach, ihn mit ein paar Perlenketten aufzupeppen.
  • Druch das Einreihen der Stoffbahnen habe ich für den Rockteil leider keine schönen Falten erhalten. Ich muss versuchen, beim Brautkleid den Stoff gleichmäßiger einzureihen oder eventuell händisch Falten zu legen.
  • Ich habe für das Brautkleid auf Anraten der Verkäuferin noch einen Futterstoff gekauft, der offenbar nicht so sehr an Nylonstrümpfen hafeten soll, wie der Unterstoff des Kleides. Mit dem Anbringen eines Unterrocks wäre außerdem jede einzelne Nahtzugabe im Brautkleid verdeckt und somit die Perfektion vollendet. Einzig und allein mit der zusätzlichen Stofflage will ich mich nicht so recht anfreunden.
  • Außerdem stehen noch ein paar kleinere Hochzeits-Nähprojekte an. Aber mehr will ich noch nicht verraten.

alles Liebe 

Miss Lumberjack

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